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Auf dieser Seite präsentiert sich der Arbeitskreis der spezialisierten „Hamburger Verfahrenspfleger“ nach Werdenfelser Weg.

Wir bieten mit dieser Seite interessierten Kollegen und Mitstreitern aktuelle Informationen sowie einen Überblick über unsere Arbeit in Hamburg.

Zusätzlich erhalten Sie auf dieser Seite alle Informationen zur Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen sowie nützliche Links und News.

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Unseren BLOG finden Sie genau hier drunter.

Deutschlandweit erstmals Studiengang „Evidenzbasierte Pflege“ in Halle

Franzbranntwein zur Pneumonie-Prophylaxe?
Eiswürfel und Fön zur Behandlung von Dekubitus?
Freiheitsentziehende Maßnahmen als Sturzprohylaxe?

Dass diese teils sinnlosen, teils schädlichen Maßnahmen aus dem Stationsalltag verschwunden sind, ist auch der evidenzbasierten Pflege zu verdanken.
Evidenzbasierte Pflege ist die Integration der aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Pflege. Warum dauerte es so lange, bis die Erkenntnis, dass Eis, Fön, Bettgitter und Franzbranntwein keine positive Wirkung haben, die Pflege Praxis erreicht haben? Zum einen liegt es sicherlich an der Macht der Rituale, zum anderen aber auch daran, dass neues Wissen in Pflegeberufen schwer zugänglich ist. Dauernd erscheinen irgendwelche mehr oder weniger gute neue Studien.

Solche Studien zu lesen, zu analysieren und auf ihre Aussagekraft hin auszuwerten, ist zeitraubend und fachlich komplex. Welche davon dann wirklich auf nachprüfbaren Methoden bestehen, durch andere Studien belegbar und zu praktisch umsetzbaren Erkenntnissen führen, können oft nur noch Pflegewissenschaftler als Spezialisten beurteilen.

Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bietet ab sofort den primärqualifizierenden Bachelor-Studiengang „Evidenzbasierte Pflege“ als deutschlandweit bisher einzigartigen Studiengang, für den man sich bis 15. Juli 2016 an der Universität Halle bewerben kann. Beginn des Studiums ist zum Wintersemester 2016/17.

Kontakt: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg * Medizinische Fakultät,  Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Magdeburger Straße 8 * 06112 Halle (Saale)

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Neuroleptika schaden oft mehr, als dass sie helfen.

Eigentlich hätten allerdings bereits die seit Jahren verfügbaren Daten zur Gefährlichkeit von Neuroleptika zu einem kritischen Einsatz dieser hochwirksamen Substanzen bei Demenzkranken führen müssen. Doch nach wie vor gehört die Langzeitanwendung von Neuroleptika zum Alltag auch in deutschen Seniorenheimen. Die Anwenderzahlen sind in den vergangenen Jahren sogar noch gestiegen.

Die viel geübte Praxis, Demenzpatienten mit Antipsychotika ruhigzustellen, wird schon lange heftig kritisiert. Zunächst waren es allein ethische Bedenken, dann kamen medizinische Gründe hinzu. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA sah sich bereits 2005 veranlasst, wegen der erhöhten Sterblichkeit (um 60 bis 70 Prozent) vor dem Einsatz von atypischen Neuroleptika bei Demenz zu warnen. Im Jahr 2008 wurde die Warnung auf konventionelle Neuroleptika ausgeweitet. Und außer der erhöhten Todesrate gibt es noch einen weiteren gravierenden Einwand: Neuroleptika führen bei Demenzkranken nachweislich zu einem beschleunigten Abbau der kognitiven Fähigkeiten.

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Aktionstag „Halt vor Gewalt“ – Fürsorge wird oft falsch verstanden

Das Grundgesetz sagt, dass die Freiheit der Person unverletzlich ist. Doch was ist mit der geschlossenen Demenzstation? Eine Gratwanderung zwischen Schutz und Freiheitsberaubung. Christine Schönfeld hat’s in der eigenen Familie erlebt. Die Urgroßmutter war im Pflegeheim, saß im Rollstuhl, war aber fit im Kopf. Doch auf einmal „wurde sie angeblich verrückt“, erzählt Christine Schönfeld. Sie war verwirrt, schrie nachts, ließ sich nicht beruhigen. Sie bekam mehr Beruhigungsmittel. Aber es wurde eher schlimmer.

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Der Fachtag in München ein „Weltkongress“? Ein Rückblick auf den Fachtag 2015

Am Freitag, 17. Juli 2015fand der dritte Fachtag Werdenfelser Weg in der Campus-Kirche  der Katholischen Stiftungsfachhochschule München und den Räumlichkeiten der Fachhochschule statt und JA, es war ein Weltkongress. Diesmal ging es um die Vermeidung der Freiheitsentziehung durch Medikamente.

 

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Abschlussfoto mit allen Referenten und den Initiatoren des WW Herr Dr. Kirsch und Herrn Wassermann.

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Zusammenfassung Forum 1 durch Herrn Frank Ulrich -Hamburg- und Frau Christel Pilz -Landratsamt Weilheim-Schongau-

Nach einer allgemeinen Begrüßung sprach der Bayerische Staatsminister der Justiz Prof. Dr. Winfried Bausback ein fünfzehnminütiges,  fachlich fundiertes Grußwort, in dem er zum einen die bisherigen Aktivitäten des Werdenfelser Wegs würdigte, zugleich auch mit großer Detailkenntnis die Unterschiede herausarbeitete zwischen den bisherigen Entscheidungsabläufen bei mechanischen Fixierungen und bei medikamentösen Fixierungen.

Anschließend folgte der Hauptvortrag    Vermeidung medikamentöser Fixierung von  Prof. Dr. phil. Dr. med. Dipl. – Psych. Rolf D. Hirsch , Facharzt für Nervenheilkunde, Bonn. Ihm gelang es mit seiner humorvollen und zuhörerorientierten Vortragsweise, die knapp 400 Teilnehmer für das Thema zu begeistern.  Bei ihm wurde immer wieder deutlich, dass beim Thema der medikamentösen Fixierung eben nicht der ärztlich therapeutische Behandlungszweck eines Krankheitsbilds im  Vordergrund steht, sondern ein pflegerisches Problem mit Verhaltensweisen von Bewohnern nicht pflegerisch, sondern medikamentös „gelöst“ wird.  Als Arzt konnte er so glaubwürdig auch immer wieder zwischen dem ärztlich therapeutischen Blickwinkel und dem pflegerischen Problemstellungen wechseln.

Direktlink zu den Initiatoren

Freiheitsentziehende Maßnahmen zum Wohl oder Schutz anderer sind nach Betreuungsrecht grundsätzlich nicht möglich.

Fixierungen zur Vermeidung von fremdaggressivem Verhalten lassen sich nach §1906 Abs. 4 BGB vom Betreuungsrichter nicht genehmigen, auch freiheitsentziehende Maßnahmen  zum Wohl oder Schutz anderer sind nach Betreuungsrecht grundsätzlich nicht möglich.

Bei einer Gefährdung anderer Personen muss auf öffentlich rechtliche Unterbringungsmaßnahmen abgestellt werden.  Im Pflegeheim oder einer Behinderteneinrichtung können Fixierungen bei Fremdgefährdung nur in Akutsituationen in Betracht kommen. Ein Rückgriff auf strafrechtliche Rechtfertigungsggründe  ist allenfalls in einer einzelnen Notsituation zur Abwendung konkreter Gefahren für den Betroffenen zulässig.

Direktlink zum Urteil vom 29.01.2015 Az. 435 C 5598/13

Fixierung im Heim -Pflegekräfte fühlen sich „mutterseelenallein“-

„Die Pflege fühlt sich mutterseelenallein mit der Verantwortung“, berichtet Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen, beim 13. Kölner Sozialrechtstag. Er ist einer der Initiatoren des „Werdenfelser Weges“, einer Initiative zur Vermeidung von Fixierungen. „Wir wollen den automatischen Entscheidungen den Kampf ansagen“, sagt er.

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Zusatzmatratzen statt Bettgitter: Demenzkranke Bewohnerin im Seniorenzentrum Theresienau in Bonn.

© Rolf Vennenbernd/dpa

Direktlink zum Beitrag in der Ärztezeitung

„Werdenfelser Weg“ in Hamburg: 130 Verfahrenspflegekräfte ausgebildet – Deutlich weniger richterlich angeordnete Fixierungen

Hamburg – Gurte, Bettgitter oder andere mechanischen Fixierungen von Pflegebedürftigen in der Altenpflege sind in vielen Fällen verzichtbar – das zeigt das Modell des so genannten „Werdenfelser Weges“. Um dieses Konzept für eine würdevollere Pflege auch in Hamburg zu etablieren, hat die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) in den vergangenen zwei Jahren ein Projekt des Vereins „Leben mit Behinderung“ gefördert. Mit Erfolg: Es wurden mehr als 130 Verfahrenspflegerinnen und Verfahrenspfleger ausgebildet und die Zahl der richterlich genehmigten Maßnahmen zum Freiheitsentzug ist von 756 im Jahr 2012 auf 493 im Jahr 2014 zurückgegangen.

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Freiheitsbeschränkende Maßnahmen dürfen nur dann angewendet werden, wenn sie zum Schutz des Patienten unerlässlich sind

Das VG Würzburg hat in einem aktuellen Beschluss vom 01.09.2014, AZ: W 3 S 14.778 einmal mehr deutlich gemacht, dass freiheitsbeschränkende oder freiheitsentziehende Maßnahmen in stationären Einrichtungen nur dann angewendet werden dürfen, wenn sie zum Schutz gegen eine dringende Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen unerlässlich sind. Hintergrund des Falles war die Frage, ob der Einsatz eines Bettes mit Bettgitter anstelle eines Niederflurbettes rechtmäßig ist.

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Eingezäunte Freiheit

In Deutschlands erstem Demenzdorf sind noch zahlreiche Plätze frei. Das liegt auch an der Debatte um den Zaun, der das Gelände umschließt. Kritiker empören sich, dass Menschen mit Demenz einfach weggesperrt würden – Angehörige und Pfleger halten dagegen. Ein Besuch.

Von Felicitas Kock, Hameln   Direktlink zum Beitrag