„Werdenfelser Weg“ in Hamburg: 130 Verfahrenspflegekräfte ausgebildet – Deutlich weniger richterlich angeordnete Fixierungen

Hamburg – Gurte, Bettgitter oder andere mechanischen Fixierungen von Pflegebedürftigen in der Altenpflege sind in vielen Fällen verzichtbar – das zeigt das Modell des so genannten „Werdenfelser Weges“. Um dieses Konzept für eine würdevollere Pflege auch in Hamburg zu etablieren, hat die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) in den vergangenen zwei Jahren ein Projekt des Vereins „Leben mit Behinderung“ gefördert. Mit Erfolg: Es wurden mehr als 130 Verfahrenspflegerinnen und Verfahrenspfleger ausgebildet und die Zahl der richterlich genehmigten Maßnahmen zum Freiheitsentzug ist von 756 im Jahr 2012 auf 493 im Jahr 2014 zurückgegangen.

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Freiheitsbeschränkende Maßnahmen dürfen nur dann angewendet werden, wenn sie zum Schutz des Patienten unerlässlich sind

Das VG Würzburg hat in einem aktuellen Beschluss vom 01.09.2014, AZ: W 3 S 14.778 einmal mehr deutlich gemacht, dass freiheitsbeschränkende oder freiheitsentziehende Maßnahmen in stationären Einrichtungen nur dann angewendet werden dürfen, wenn sie zum Schutz gegen eine dringende Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen unerlässlich sind. Hintergrund des Falles war die Frage, ob der Einsatz eines Bettes mit Bettgitter anstelle eines Niederflurbettes rechtmäßig ist.

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