Neuroleptika schaden oft mehr, als dass sie helfen.

Eigentlich hätten allerdings bereits die seit Jahren verfügbaren Daten zur Gefährlichkeit von Neuroleptika zu einem kritischen Einsatz dieser hochwirksamen Substanzen bei Demenzkranken führen müssen. Doch nach wie vor gehört die Langzeitanwendung von Neuroleptika zum Alltag auch in deutschen Seniorenheimen. Die Anwenderzahlen sind in den vergangenen Jahren sogar noch gestiegen.

Die viel geübte Praxis, Demenzpatienten mit Antipsychotika ruhigzustellen, wird schon lange heftig kritisiert. Zunächst waren es allein ethische Bedenken, dann kamen medizinische Gründe hinzu. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA sah sich bereits 2005 veranlasst, wegen der erhöhten Sterblichkeit (um 60 bis 70 Prozent) vor dem Einsatz von atypischen Neuroleptika bei Demenz zu warnen. Im Jahr 2008 wurde die Warnung auf konventionelle Neuroleptika ausgeweitet. Und außer der erhöhten Todesrate gibt es noch einen weiteren gravierenden Einwand: Neuroleptika führen bei Demenzkranken nachweislich zu einem beschleunigten Abbau der kognitiven Fähigkeiten.

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